Johannes Tschöpe (geb. 05.04.1952, † 25.02.2016)

Mit Ihm zusammen habe ich wundervolle Dialoggeschichten geschrieben. Er wird mir in ewiger Erinnerung bleiben.

Du Hannes, ich brauch mal deinen Rat!

Tom, und worum geht es? Schieß los!

Neulich als ich vor einer Kirche meine Sitzung machte, fragte mich eine Frau ob ich mit in die Kirche kommen würde?

Und du? Bist du?

Ja.

Wo liegt da denn das Problem?

Im Anschluss, als der Gottesdienst beendet war, fragte mich diese Frau, weswegen ich bettle?

Was hast du geantwortet?

Ganz einfach. Weil ich Hunger habe.

Ist doch Okay. Du weißt doch ganz genau, dass unser eins von 12 Euro auf der Straße nicht leben kann und außerdem ist es in den meisten Ortschaften üblich, dass man uns zum durchreisen animiert. Da nach drei Tagen der Aufenthalt in so mancher Ortschaft endet, weil das Sozialamt im Monat nur drei Tage uns unterstütz. Außerdem müssen wir uns auch noch eine Fahrkarte kaufen, um das nächste Sozialamt aufsuchen zu können.

Ja…, es mag schon richtig sein, aber kann man etwas essen oder sich eine Fahrkarte kaufen, wenn dir jemand etwas vorließt.

Was soll denn diese Frage?

Diese Frau meinte noch, dass das Wort Gottes Nahrung sei.

Toll…, Matthäus 6 (26)…, seht auch die Vögel des Himmels an, sie sähen nicht, sie ernten nicht und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. – Nur wenn wir nass, durchgefroren und hungrig sind, bringen uns die Worte nicht weiter.

Hannes du bist zynisch, weil die Frau es ja vielleicht gut gemeint hat.

Prima, die Frau hat es gut gemeint und was hat sie dir außer Worten gegeben?

Nichts, aber vielleicht hat sie ja Recht und es ist nicht richtig vor einer Kirche zu betteln.

Na Klasse, die Frau geht nach der Kirche wieder in ihr behagliches zu Hause, lebt von ihrem Vermögen oder Einkommen und mein Freund Tom wird zum verhungernden Existential- Philosophen.

Hm…, ich glaube ich weiß was du meinst und doch war es schön in der Kirche und auch für uns findet sich bei Gott ein wenig Hoffnung.

Tja, da hast du nicht Unrecht, aber viele die in die Kirche gehen, tragen nur ihre hübschen Sachen spazieren und wollen gesehen werden. Glaube oder Nächstenliebe ist für viele ein Fremdwort. Wir bleiben Freunde auch wenn wir oft wenig zu essen und kein Dach über den Kopf haben und auch eine richtige Freundschaft ist ein Geschenk Gottes.

Danke, Hannes, du bist echt clever.

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

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    Hi Tom, ein guter Dialog, keine Frage! Gruß Felix

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